13.02.2012 Allgemein

Bis 2100 braucht das Vossmoor besseren Hochwasserschutz

“Viele Bewohner Norddeutschlands wissen … nicht, dass sie in einem Gebiet wohnen, das heute jeden Winter vor Sturmfluten und oft sogar jeden Tag vor dem normalen Hochwasser geschützt wird.” Mit diesen Worten weisen die Klimaforscher am HZG (Helmholtz-Zentrum Geesthacht) auf ihre neue, interaktive Karte im WWW hin.

Die Karte zeigt, welche Gebiete Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich zusätzlich geschützt werden müssen, weil bis dahin hohe Sturmfluten, wie beispielsweise die Sturmflut von 16. / 17. Februar 1962, bis 2100 durch den Meeresspiegelanstieg und ein verändertes Windklima bis zu 1,1 m höher auflaufen könnte. Unter der Adresse
www.sturmfluten-klimawandel.de/kuestenschutzbedarf.html
kann für jeden beliebigen Ort zwischen Wittenburg und Niederlangen abgelesen werden, ob er heute durch Küstenschutz vor Sturmfluten geschützt ist oder ob das bis 2100 nötig wird. Die heute durch Küstenschutz geschützten Gebiete sind in der Karte in hellgrün dargestellt. Die Gebiete, die bis 2100 vor Sturmfluten geschützt werden müssten, sind dunkelgrün gefärbt.

Beim Zoom auf die Borghorster Elbwiesen wird offensichtlich, dass

  • auf der Schleswig-Holsteinischen Seite Escheburg-Vossmoor, ein Stück von Börnsen und das Industriegebiet Geesthacht West
  • und auf der Hamburger Seite Altengamme entlang des Elbdeichs bis über den Gammer Weg hinaus

zu den Gebieten gehören, für die bis 2100 der Hochwasserschutz verstärkt werden muss. Zumindest nach den Berechnungen der Klimaforscher in Geesthacht, die erst kürzlich eine Neubewertung der Deichhöhen ab spätestens 2030 empfahlen.

Ähnlich, aber doch anders sieht das der Hamburger Senat. Der antwortete jetzt auf eine Kleine Anfrage, mit der die GAL-Abgeordneten Kerstan und Tjarks wissen wollten, von welchem Anstieg des Meeresspiegels der Senat ausginge:

“Wissenschaftliche Publikationen machen sehr unterschiedliche Angaben über den zu erwartenden globalen Anstieg des Meeresspiegels bis zum Jahr 2100 (wenige Zentimeter bis zu 190 cm). Die zuständigen Behörden werden daher die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten. Ein belastbarer Prognosehorizont bist 2100 besteht derzeit nicht. Nach heutigem Kenntnisstand wird sich der bisher beobachtete Anstieg an der norddeutschen Küste von 26 cm in den letzten 100 Jahren vor allem in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts beschleunigen. Die zuständigen Behörden legen daher das Jahr 2050 als Planungshorizont zugrunde und gehen von einem Anstieg von 20 cm bis dahin aus.”

Die Frage, was der Hamburger Senat bezüglich der dunkelgrünen Flächen auf der Geesthachter Karte zu unternehmen gedenkt, wird sicherlich bald gestellt werden. Klar ist schon, dass es eine Jahrhundertaufgabe werden wird, die tiefliegenden Gebiete im Sinne der Bürger zu behandeln, denn dass sich etwas ändern muss, weil das Klima sich ändert, das kann niemand abstreiten.

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