26.06.2012 Allgemein

BUND will Druck für MüLo-Ausgleich machen

Am heutigen 26. Juni 2012 bringt der BUND Hamburg in Erinnerung: Mühlenberger Loch: Ausgleich bleibt unvollständig. Außerdem informiert er, dass die »Beschwerde bei der EU-Kommission läuft«. Gleichzeitig kritisiert der BUND auch, dass die Maßnahmenvorschläge Hamburgs nicht ausreichend seien.

Der BUND Hamburg hatte im Februar die EU-Kommission in Brüssel eingeschaltet und, um auf das Versäumnis Hamburgs hinzuweisen, ein Vertragsverletzungsverfahren angestrengt. Die Kommission hatte bereits im Jahr 2006 in einem Schreiben unmissverständlich gefordert, dass die Bundesrepublik Deutschland „alle notwendigen Ausgleichsmaßnahmen trifft, um die Kohärenz des Natura 2000-Netzwerkes sicherzustellen“.

„Die Natur wartet bis heute auf einen vollständigen Ausgleich für die Teilzerstörung des Mühlenberger Lochs für die Airbus-Werkserweiterung.“, sagt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. “Wir hoffen nun, dass Brüssel nochmals Druck auf Deutschland bzw. Hamburg ausübt, damit hier endlich geltendes Recht umgesetzt wird.”

Derzeit bereitet Hamburg die Vernässung der Borghorster Elbwiesen vor. Außerdem wird beabsichtigt, den Holzhafen als EG-Vogelschutzgebiet auszuweisen. Dieses Ausgleichspaket reiche aber weder fachlich noch formal, um die verlorene Wertigkeit des Mühlenberger Lochs auszugleichen, sagt der BUND. So liegen die Borghorster Elbwiesen stromaufwärts von Hamburg, das Mühlenberger Loch stromabwärts. Allein dies zeige, dass hier unterschiedliche Lebensräume vorliegen. Zudem seien bei der ursprünglichen Ausgleichsmaßnahme Haseldorfer Marsch ca. 220 Hektar Ästuarfläche mit Tideeinfluss vorgesehen gewesen, Borghorst böte aber nur ca. 70 Hektar. Der Holzhafen, der in den letzten Jahren verstärkt von der Löffelente als Rastplatz angenommen worden ist, sei ohnehin, auch ohne Ausgleichverpflichtung, unter Schutz zu stellen. Außerdem reiche die Fläche nicht aus, um die Bestandsgrößen an Löffelenten aufzunehmen, die im Mühlenberger Loch vor dem Eingriff anzutreffen waren.

Der BUND Hamburg sieht die Stadt zudem in der Pflicht, auch die erhebliche Zeitspanne zwischen Eingriff und realisierten Ausgleich zu berücksichtigen. Die Vorgaben der EU-Kommission seien auch hier klar: Es muss ein zeitnaher Ausgleich umgesetzt werden. „Nach 12 Jahren und vielen Starts und Landungen des A 380 wird es Zeit, dass Hamburg endlich seiner Verantwortung nachkommt“, fordert Manfred Braasch zum Abschluss der heutigen Mitteilung des BUND.

Mitarbeiter der Hamburger Wirtschafts- und Umweltbehörden zeigten sich auf Befragen optimistisch, dass der Planfeststellungsbeschluss für die Vernässung der Borghorster Elbwiesen »jetzt jederzeit« erwartet werden könne. Der Beschluss ist eine der Voraussetzungen für die Umsetzung der Vernässungsmaßnahme. Ob er Auflagen enthalten wird und wenn ja, welche, wird vor allem auch von den betroffenen Anwohnern und Betrieben mit Spannung erwartet.

Der NABU Hamburg indes lädt Kinder von 8 bis 14 Jahren zu einer Veranstaltung »Was frisst die Löffelente?« an der Carl Zeiss Vogelstation in der Wedeler Marsch ein. Dort können sie am 04.07.2012 und am 11.07.2012 die Süßwassertiere der Marschgräben erforschen und Löffelenten beobachten.

Zum Foto: Löffelentenpaar beim Gründeln. (Foto: Walter Siegmund)

No Responses to “BUND will Druck für MüLo-Ausgleich machen”

Hinterlassen Sie einen Kommentar